Abschied nehmen – Leben mit und in der Trauer
war das Thema einer gemeinsamen Veranstaltung der KFD und KÖB St. Laurentius.
Ade, tschüss, behüte dich Gott, mach’s gut, bis bald, auf Wiedersehen…. mit diesen Worten des Abschieds begrüßten Gemeindereferentin Renate Grimm und die kfd-Vorsitzende M. Warneck-Benn viele Frauen, die zu dieser Veranstaltung gekommen waren.
Mit der Frage „Wovon nehme ich Abschied?“ begann Frau Grimm ihre Ausführungen. Die zahlreichen Antworten der Gruppe wurden auf Wortkarten festgehalten. Beispiele: Auszug der Kinder, Vertreibung aus der Heimat, Beendigung des Berufslebens, Umzug, Verlust von Familienangehörigen, von Gewohnheiten, Scheidung…
Was ist Trauer? Wenn wir uns diese Frage einmal stellen, kann die Antwort sein:
Trauer ist die Antwort des Herzens auf jeden tiefen Verlust.
Der schwierigste und endgültige Abschied ist der Tod eines nahestehenden Menschen. Eine Leere – Trauer – entsteht.
Trauer kann auf verschiedene Weisen überwunden werden. Das Erzählen vom Verstorbenen ein wichtiger Teil des Trauerprozesses. Da haben schöne Erinnerungen, wie auch schwere Zeiten ihren Platz, da haben Lachen und auch Tränen ihren Platz. Das „Sich Erinnern“, wo manches wie ein Film abläuft, ist hilfreich in dieser schweren Phase und tut den meisten Menschen gut.
In der Psychologie spricht man von unterschiedlichen Trauerphasen:
1. Trauerphase: Nicht-Wahrhaben-Wollen. Der Tod eines Menschen schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. ... 2. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen. Gefühle bahnen sich nun ihren Weg. ... (Erst Schockstarre, dann Tränen, Wut....)
3. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen.... (wie solls weitergehen, Schrank ausräumen…)
4. Trauerphase: Neuer Selbst- und Weltbezug. ... (Neuorientierung des gesamten Lebensgefüges)
Das Ende des Trauerprozesses ist durch diese Neuorientierung zu sehen.
Die Gestaltung einer Trauerfeier kann – nach Erfahrungen von Frau Grimm sehr unterschiedlich gestaltet werden; ebenso die Zeit danach. Wichtig sei eine Unterstützung der Trauernden. Es ist nicht gut zu sagen, „wenn du etwas brauchst, melde dich“… einfach vorbeigehen! Uns fehlen in solch schwierigen Situationen oft die Worte. Alles was uns einfällt, klingt oberflächlich und banal. Kommen wir aus Angst, etwas Falsches zu sagen, gar nicht, hat dies für die Betroffenen die Konsequenz, dass sie auch noch ihr soziales Umfeld verlieren. Dem Trauernden würde es guttun, wenn jemand zuhört und Erinnerungen teilt. Dadurch bleibt der Verstorbene lebendig.
Die Bibel kann uns in allen Lebenslagen Stütze und Rat sein. Trauer ist ein Thema, welches wir in der Bibel mehrfach finden. Im Neuen Testament werden viele Trauernde, wie Maria, Martha, Maria Magdalena genannt. Trotz des Glaubens an die Auferstehung ist Trauer vorhanden.
Nach diesen Ausführungen war Platz für Fragen, Anregungen und Gedanken. Sie wurden von der Gruppe lebhaft erörtert.
Im Anschluss wurde eine Auswahl von Medien, die das Thema „Trauer“ aufgreifen, von Frau Isolde Martin vorgestellt: Bücher, DVD, Spiele für Kinder.
Ein kurzes Gebet „Sage Ja“ beendet die sehr bewegende, emotionale und intensive Veranstaltung.
Ein ganz herzliches Dankeschön galt der Gemeindereferentin Frau Renate Grimm.
„Auf Wiedersehen“ – mit diesem Abschiedsspruch verabschiedete sich die Referentin.
Mit geschultem Blick und persönlicher Erfahrung durchs Museum
Die kfd im Museum Schweizer Hof
„Es ist toll, dass Bretten dieses Museum hat und man vor Ort eine solche Ausstellung besuchen kann“, war gleich zu Beginn der Führung durch die Ausstellung „100 Jahre Rainer Dorwarth – Eine Retrospektive“ zu vernehmen.
Die Tochter des Malers, Maria Dorwarth aus Freiburg, hatte sich für uns Frauen der kfd St. Laurentius Bretten (Katholische Frauen Deutschlands) Zeit genommen, um aus ihrer persönlichen wie fachlichen Perspektive die Künstlerpersönlichkeit und das Werk ihres Vaters, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, zu präsentieren. „Es ist sehr interessant, von der Tochter des Künstlers mehr über die persönlichen Hintergründe seiner Malerei zu erfahren“, bemerkte eine Teilnehmerin.
In den verschiedenen Stilen, von eher barocker Malerei über kubistische Bilder bis zur abstrakten Malerei, Stilleben und Entwürfen von Kirchenfenstern zeigte Maria Dorwarth Entwicklungslinien auf. Sie wies auf Symbolisches in den Werken hin und verband dies mit seinem Leben. Gleichzeitig sollte jede Betrachterin das Bild als offen für die eigene Sichtweise und Interpretation verstehen.
Sie machte mit den verschiedenen Techniken, Zeichnungen, Malerei, Drucke, mit den Dorwarth arbeitete, bekannt. Wir durften aus ihrem privaten Fundus zwei Druckstöcke von zwei Drucken sehen, welche die Ausstellung zeigt. Besonders berührend war ein kleines Bild, das Rainer Dorwarth im Alter von fünf Jahren gezeichnet und das sie mitgebracht hatte. „So verstehe ich seine Kunst besser“, war immer wieder zu hören. Ihre lebendige Art ermunterte zu wechselseitigen Gesprächen und gab diesem Nachmittag eine ganz persönlich-positive Note.
Die kfd-Vorsitzende beschloss die Führung durch die Ausstellung „100 Jahre Rainer Dorwarth - Eine Retrospektive“ mit einem herzlichen Dankeschön und begeistertem Applaus für Maria Dorwarth.
„Wie gut, dass unsere kfd vor Ort diese Führung organisiert hat. Vielleicht wäre ich sonst nicht in die Ausstellung gegangen“, resümierte eine der zwanzig Teilnehmerinnen.
50 Jahre ‚Frauen in Not‘ (FIN) …
stand am Sonntag, 8. Oktober im Mittelpunkt des Gottesdienstes, der von Frauen der kfd-St. Laurentius gemeinsam mit Pfarrer Maiba gestaltet wurde. Mit Texten, Fürbitten und Auslegung des Evangeliums der „gekrümmten Frau“ - durch Johanna Imhof - wurde verdeutlicht, wie sehr Lasten und Nöte die Betroffenen belasten und „erdrücken“ können. Wie die gekrümmte Frau, die nach ihrer Heilung wieder einen aufgerichteten Blick haben konnte und für sich neue Perspektiven sah, so geht es oft den Frauen, denen durch FIN geholfen werden konnte. Einige Dankbriefe verdeutlichten, dass die Hilfe direkt und unbürokratisch die Frauen erreicht. Durch die Kollekte konnte eine stattliche Summe von 225 € auf das Konto FIN überwiesen werden.
Ein herzliches Vergelt‘s Gott allen Spendern.